Gicht
Leben mit Gicht
Ergotherapie als eine Säule der Therapie
Ähnlich wie rheumatische Erkrankungen macht sich auch Gicht durch Schmerzen in den Gelenken bemerkbar, hat jedoch eine andere Ursache. Bei Gicht handelt es sich um eine Stoffwechselerkrankung, die zu einem erhöhten Harnsäurespiegel im Blut führt. Dieser Überschuss an Harnsäure ist der Auslöser von entzündlichen, sehr schmerzhaften Gichtschüben in den Gelenken. Ergotherapie spielt eine wichtige Rolle, wenn es um die Beweglichkeit der Gelenke und damit um die eigenständige Bewältigung des Alltags geht.
Diagnose Gicht - was bedeutet das?
Wer Gicht hat, weiß, diese „attackiert“ einen ganz plötzlich. Sie tritt akut auf und muss dann umgehend behandelt werden. Sobald die Entzündung abklingt, vergehen auch die Schmerzen. Zu Beginn der Krankheit sind die Abstände zwischen den einzelnen Schüben oft groß. Je ausgeprägter die Gicht ist, desto häufiger und intensiver kommen die Schübe. Doch nicht unbedingt: Gicht kann, muss aber nicht chronisch werden!
Welche Symptome werden der Gicht zugeordnet?
Klassische Anzeichen eines Gichtanfalls sind plötzliche, heftig stechende Schmerzen in den Gelenken. Die AOK beschreibt es auf ihrer Informationsseite zum Thema Gicht so: „Ein Gichtanfall entwickelt sich meist innerhalb weniger Stunden, häufig über Nacht. Typisch ist, dass die Gelenke plötzlich stark anschwellen und schmerzen. Sie sind dann überwärmt, gerötet und stark druckempfindlich. Meistens ist beim ersten Gichtanfall nur ein einziges kleines Gelenk betroffen, häufig das Gelenk des großen Zehs.“
Wie ist der typische Verlauf eines Gichtanfalls?
Wer nicht unter einer chronischen Gicht leidet, kann darauf hoffen, dass sich die Gelenke nach ein bis zwei Wochen von alleine wieder beruhigen. Dann nämlich, wenn der Harnsäurespiegel im Blut auf ein normales Niveau sinkt. Die Abstände zwischen zwei Gichtanfällen betragen anfangs oft mehrere Monate oder Jahre. Erst wenn die Anfälle regelmäßig wiederkehren und die Abstände dazwischen kürzer werden, manifestiert sich die Krankheit. Dann spricht man von einem chronischen Verlauf mit dauerhaften Entzündungen, die zu Bewegungseinschränkungen sowie Gelenkschäden und deren Deformation führen können. Laut AOK lassen sich heute dauerhafte Schäden wie Gichtknoten (harte Knoten aus Harnsäure an den Gelenken) dank guter Therapien vermeiden. Bei einer chronischen Gicht sind auch Symptome systemischer Art festzustellen wie Kopfschmerzen oder Fieber.
Wie wird Gicht therapiert?
Zur Behandlung von Gicht werden sogenannte Antirheumatika eingesetzt, alternativ kann Cortison direkt ins Gelenk gespritzt werden. Ergänzend zur medikamentösen Therapie hilft Kühlen gegen die Entzündung und die Schmerzen. “Die Behandlung einer chronischen Gicht zielt darauf ab, den Harnsäure -Spiegel auf Dauer zu normalisieren (unter 5-6 Milligramm/Deziliter Blut). Auf diese Weise sollen Gichtanfälle und Folgeerkrankungen wie Gelenkschäden, Gichtknoten, Nierenschäden und Nierensteine vermieden werden. Außerdem sollen bereits bestehende Harnsäure -Ansammlungen aufgelöst werden.”, erklären die Internisten im Netz . Sie raten, das Augenmerk auf 3 Punkte zu legen: “Verringerung der Purin-Aufnahme, Erhöhung der Harnsäureausscheidung durch Arzneimittel und Hemmung der Umwandlung von Purinen in Harnsäure.”
Wieso hilft Ergotherapie bei Gicht?
Mit Hilfe der Ergotherapie ist es bei Gicht möglich, die Mobilität der Gelenke zu erhalten, Schmerzen zu reduzieren und die Patienten auf ihren Alltag “einzustellen”. Sie müssen lernen, sich gelenkschonend zu bewegen: präventiv und natürlich ganz besonders, wenn bereits Gelenkschäden vorliegen. Ziel ist, den Patienten zu einem schmerzfreien und vor allem selbständigen Alltag zu verhelfen. Je nachdem, ob die Patienten gerade beschwerdefrei sind oder akut unter einem Gichtschub leiden, wird die Behandlung dem momentanen Zustand angepasst.
Auf welche Ziele wird der Fokus gelegt?
Ergotherapeutischer Sicht werden bei der Behandlung von Gicht folgende Ziele verfolgt:
- Gelenkschutz hat Priorität
- Schmerzreduzierung
- Verneinung von auslösenden Reizen
- Beweglichkeit und Muskelkraft erhalten
- Schonhaltungen vermeiden
- Selbständigkeit im Alltag erhalten
Welche Methoden werden in der Ergotherapie verwendet?
Die Ergotherapeuten bedienen sich hierfür diverser Methoden aus der Rheuma‑ und Handtherapie wie Gelenkschutztraining, manuellen Techniken, Übungen zur Kräftigung der Muskulatur und kompensatorischen Abläufen für den Alltag, indem mit Hilfsmitteln gearbeitet wird oder bevorzugt die größeren Gelenke benutzt werden. Für jeden Patienten wird zu Beginn der Therapie ein individueller Behandlungsplan erstellt. Denn die Behandlung unterscheidet sich nicht nur von Patient zu Patient, sondern ist vom momentanen Stadium abhängig, also ob sich ein Patient gerade in der Phase eines akuten Anfalls oder in einer beschwerdearmen Phase befindet.
Worin liegt der Vorteil eines Hausbesuchs?
Gerade wer unter Gicht leidet, profitiert besonders von Ergotherapie im Hausbesuch. Der Therapeut kann sich ein gutes Bild vom häuslichen Umfeld machen und mit dem Patienten in dessen gewohnten Umfeld Alltagshandlungen trainieren. Bei Bunz mobile Ergotherapie können Sie zeitnah und sehr flexibel für sich selbst oder Angehörige Termine vereinbaren.