Demenz

Ergotherapie Hausbesuche

Trotz Demenz aktiv am Leben teilhaben

 

Menschen, die eine Demenz entwickeln, verlieren peu à peu ihre kognitiven Fähigkeiten. Leider erleiden sie im fortgeschrittenen Stadium meist auch massive körperliche Einschränkungen. Im frühen Stadium von Demenz bietet Ergotherapie die besten Chancen, Alltagsfähigkeiten möglichst lange erhalten zu können, später unterstützt die Ergotherapie die körperliche Verfassung und das Wohlbefinden.

Eine Krankheit, die sich ins Leben schleicht

Eine Demenzerkrankung schleicht sich ins Leben, es dauert oft Monate oder Jahre, bis die Patienten oder deren Angehörige bemerken, was wirklich los ist. Klassische Symptome sind Gedächtnisverlust, primär beim Kurzzeitgedächtnis, Desorientiertheit in Bezug auf das gesamte Umfeld, also das Erkennen vertrauter Personen, das Wissen über die eigene Person, aktuellen Ort und Zeit. Hinzu kommen oft Sprach- und Konzentrationsstörungen, psychische Veränderungen wie Unruhe, Apathie oder Aggression sowie Schwierigkeiten bei alltäglichen Abläufen wie Körperpflege, Ankleiden oder Nahrungsaufnahme.

Die Begriffe Demenz und Alzheimer

“Die Begriffe “Alzheimer” und “Demenz” werden oft gleichgesetzt, es gibt jedoch einen wichtigen Unterschied. Demenz ist ein Oberbegriff für verschiedene Erkrankungen, die das Gehirn betreffen und zu Gedächtnis- und Denkstörungen führen. Alzheimer ist die häufigste Form von Demenz - etwa 65 Prozent aller Menschen mit Demenz haben Alzheimer. Das bedeutet: Jeder Mensch mit Alzheimer hat eine Demenz - aber nicht jeder Mensch mit Demenz hat Alzheimer”, schreibt die Alzheimer Forschung .

Länger eigenständig Zuhause leben können

Im Optimalfall beginnt die Ergotherapie bereits mit der Diagnosestellung, denn sie  ist gerade bei Demenzpatienten besonders effektiv. Da sie individuell auf den Patienten angepasst und in dessen häuslichem Umfeld durchgeführt wird, bedeutet dies für viele Patienten, dass sie dadurch auch deutlich länger in ihrem eigenen Zuhause verweilen können.

Die Therapie richtet sich nach dem Stadium der Krankheit

Wie unterscheiden sich die Therapieansätze in der Ergotherapie bei einem frühen Demenzstadium, verglichen mit einem fortgeschrittenen? “Besonders im Anfangsstadium einer Demenzerkrankung ist eine unterstützende Ergotherapie sinnvoll. Mit dem Fortschreiten der Krankheit richtet sich der Fokus zunehmend darauf, Körperwahrnehmung und Bewegung zu fördern”, schreibt das Demenz-Portal  auf seiner Seite.

Die geistigen und körperlichen Fähigkeiten erhalten

Die zentrale Idee in der Ergotherapie ist der Mensch als Individuum, der in seinem Alltag handlungsfähig bleiben soll. Darauf baut die Therapie auf und orientiert sich am Patienten und dessen ganz persönlichen Bedürfnisse in seinem Alltag. Nach einer eingangs gestellten Befundung erarbeiten die Ergotherapeuten zusammen mit ihrem Patienten ein Ziel, das meist eine häufig benötigte Tätigkeit im Tagesablauf ist oder Bestandteil eines Hobbys, beispielsweise selbständig ankleiden, Frühstück zubereiten, eine Einkaufsliste schreiben oder sogar einkaufen gehen. Dieses endgültige Ziel wird dann in einige kleinere Zwischenschritten unterteilt, so freut sich der Patient an kleinen Erfolgserlebnissen und bleibt weiter motiviert.

Ausgangspunkt ist der Status Quo nach der Befundung

Geht es um Demenzpatienten, liegt das Augenmerk in erster Linie darauf, gegen den Verlust seiner Kompetenzen, egal ob körperlicher oder geistiger Art, anzukämpfen und dadurch das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen. Hierfür erfassen die Ergotherapeuten den Status Quo und gehen von diesem Niveau aus individuell auf das momentane Demenzstadium ein. Inhaltlich bedeutet dies, dass zu Beginn der Krankheit der Fokus meist auf Aktivierung und Training gelegt wird. Bei fortgeschrittener Erkrankung stehen das Fördern der Grundfähigkeiten und der Erhalt der Lebensqualität im Vordergrund.

Psyche und Selbstwert stärken

Um die vorhandenen Fähigkeiten kognitiver und motorischer Art auf einem guten Level zu halten, werden die Patienten motiviert, ihre alltäglichen Handlungen und Aktivitäten selbständig auszuführen und weiter ihren Hobbys wie Gärtnern, Musizieren, Kartenspielen oder Tanzen nachzugehen. Das alles geschieht im Hinblick auf den Erhalt der Eigenständigkeit und hat auch die gesellschaftlichen Teilhabe in ihrem Umfeld zum Ziel. Ein positiver Nebeneffekt sind psychische Stabilität und die Stärkung des Selbstwerts.

Gezielte Förderung der Sinne für besseren Allgemeinzustand

Schreitet die Demenz weiter fort, geht es irgendwann leider nur noch um den Erhalt der verbliebenen Fähigkeiten. Die Patienten verfügen jedoch häufig über eine erstaunlich gute körperliche Konstitution und ein gut funktionierendes Langzeitgedächtnis. Jetzt üben die Ergotherapeuten mit ihnen Alltagsabläufe wie Körperhygiene, An- und Auskleiden oder Essen. Durch eine gezielte Förderung der Sinne kann die eigene Wahrnehmung verbessert, die Beweglichkeit erhalten und das Wohlbefinden gefördert werden.

Best of aus den unterschiedlichen Methoden

Wir sehen schon, die Stadien der Krankheit sind sehr unterschiedlich, die Therapieansätze daher ebenso. Die Ergotherapeuten können gerade bei Demenzkranken aus allen vier klassischen Methoden der Ergotherapie das jeweils Beste für ihren Patienten für die Therapie heranziehen. Oft überlappen sich die Methoden auch bei den einzelnen Behandlungen, da Menschen mit Alzheimer ja in vielerlei Hinsicht Förderung benötigen. Der Schwerpunkt liegt oft auf diesen drei Behandlungsmethoden:

  • motorisch-funktionelle Methode

  • Hirnleistungstraining (HTL)

  • sensomotorisch-perzeptive Methode 

Und dennoch lässt die Ergotherapie natürlich auch die psychische Komponente nie außer Acht, weshalb sich die Therapeuten bei demenzkranken Menschen im Bedarfsfall auch der psychisch-funktionellen Methode bedienen, wenn es beispielsweise um Ängste, mangelndes Selbstvertrauen und Depressionen geht.

Ansatz der motorisch-funktionellen Methode

Stehen körperliche Einschränkungen im Rahmen der Demenz im Vordergrund, kann die Ergotherapie gut dabei helfen, dass die Patienten möglichst lange selbstständig in ihrem Umfeld bleiben können. Das Alltagsgeschehen hat auch bei der motorisch-funktionellen Methode oberste Priorität, der Patienten wird in seiner Selbstständigkeit geschult. Daher wird angestrebt, dass Alltägliches wie Einkaufen, Arztbesuche, Aufräumen, Kochen oder Ankleiden selbständig bewältigt wird. Und das bedeutet üben, üben, üben und dadurch in Bewegung bleiben.

Mit HTL gegen den geistigen Abbau

Um den geistigen Abbau möglichst lange aufzuhalten, nutzen viele Ergotherapeuten parallel dazu das Hirnleistungstraining zur Förderung der Hirnleistung. Je nach Vorliebe des Patienten und dessen kognitiven Einschränkungen können die Therapeuten unter verschiedenen Trainingsmöglichkeiten auswählen: Puzzle, Wörter, Spiele, Kreuzworträtsel oder auch so genannte Handlungskarten. Diese Handlungskarten sind eine gute Möglichkeit, mit Alzheimer Patienten gängige Tätigkeiten einzuüben. Inhaltlich geht es dabei um die richtigen Abläufe von routinierten Handlungen, wie beispielsweise Einkaufen, Blumengießen oder die Wohnung putzen.

Körperwahrnehmung und Sinne schulen

Bei Demenz zielt die sensorisch-perzeptive Methode darauf ab, die Körperwahrnehmung und die Sinne sowie das Gleichgewicht und Bewegungsabläufe zu schulen. Das Gehirn kann durch ein spezielles Training und durch Stimulation getriggert und aktiviert werden. Dadurch werden gespeicherte Bewegungsabläufe besser abgerufen, was wiederum mehr Selbstständigkeit im Alltagsgeschehen zur Folge hat. Sensomotorisch-perzeptive Übungen können den Abbau der körperlichen, kognitiven und sozialen Fähigkeiten verlangsamen.

Angehörige in die Therapie miteinbeziehen

Ein weiteres Ziel ist die Beratung im Bezug auf Hilfsmittel sowie die Unterstützung der Angehörigen. Diese leiden oft ebenso wie die Patienten selbst unter der Wesens- und Persönlichkeitsveränderung. Durch den behandelnden Ergotherapeuten werden die Angehörigen in die Therapie miteinbezogen, lernen die Krankheit zu verstehen und können den Patienten Tag für Tag unterstützen.

Im Hausbesuch einfach perfekt versorgt

Ergotherapie im Hausbesuch bewährt sich insbesondere bei Demenz besonders gut. Der Therapeut kann mit dem Patienten in dessen gewohnten Umfeld Alltagshandlungen üben, ohne dass dieser seine vertraute Umgebung verlassen muss.  Bei Bunz mobile Ergotherapie können Sie zeitnah und sehr flexibel für sich selbst oder Angehörige Termine vereinbaren. Über den Button "Verfügbarkeit prüfen" können Sie feststellen, ob in Ihrem Postleitzahlengebiet ein Therapeut verfügbar ist.

Zwei Kundenbetreuerinnen von Bunz mobile Physio mit Headset
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