Sensomotorisch-perzeptive Methode bringt Abwechslung

Verbesserung der Körperwahrnehmung durch Ergotherapie

Wie schon auf unserer allgemeinen Informationsseite rund um die sensomotorisch-perzeptive Methode kurz angeschnitten, ist diese Behandlungsform in der Ergotherapie in vielen Bereichen bei Kindern anwendbar. Je früher die Kleinen mit einer Behandlung beginnen, desto schneller zeigen sich Erfolge.

Bei Kindern geht es häufig primär um die Verbesserung der Körperwahrnehmung, erklärt Valentina Velici-Velikov, die als Therapeutin für uns in Ulm arbeitet: „Sich selbst und den eigenen Körper besser spüren lernen, ist der Schlüssel zum Erfolg.“ Natürlich differenziert man hierbei, ob es sich um eine Diagnose handelt, mit der das Kind bereits auf die Welt gekommen ist, oder die es im Laufe seiner Entwicklung erlitten hat. Entsprechend unterschiedlich ist Valentinas Vorgehensweise, denn manche Krankheiten sind leider nicht heilbar. Das Ziel der Ergotherapie ist somit die größtmögliche Selbständigkeit zu erreichen. 

Manchmal fehlen einzelne Entwicklungsschritte

Valentina behandelt viele Kinder mit Konzentrationsstörungen wie beispielsweise Autismus, Down-Syndrom, Legasthenie, Dyskalkulie, ADHS oder ADS. Regelmäßig kommen Kinder zu ihr, die unter Entwicklungsverzögerungen leiden. „Wenn die Kinder in ihrer Entwicklung Schritte innerhalb der normalen Abfolge verpasst haben und ihre Entwicklung daher verzögert ist, zeigt sich das ganz häufig, indem sie Schwierigkeiten bei der Stifthaltung, Grob/Feinmotorik oder später beim Lesen haben. Ihnen fehlt die nötige Grundlage, da sie die Schritte, die sie hierfür brauchen, nie erlernt haben.“

Die Körperwahrnehmung trainieren

Damit besagte Kinder zu sich selbst einen körperlichen Bezug entwickeln, arbeitet Valentina mit ihnen erstmal an ihrer Körperwahrnehmung. Es geht darum, ihre Finger, die Hand, die Arme, den Rücken oder die Beine bewusst spüren zu können. Dafür behandelt Valentina nach Bobath, Affolter oder Perfetti und setzt Methoden wie die Klopfmassage, Klangschalentherapie, Igel-Ball oder das Novafon ein. „Das Novafon funktioniert ähnlich wie eine Massagepistole, erreicht aber tiefliegende Gewebeareale durch Schallwellen. Bei Kindern, die sich nicht so gut spüren können, verbessert man damit die Tiefensensibilität." Und mit der sensorischen Integrationstherapie kann bei den Kleinen die Verbindung und Verarbeitung von Bewegung, Berührung, Körperhaltung und Sinnen gefördert werden.

Körper und Emotionen steuern lernen

Häufig steht als Diagnose Schlüssel auf dem Rezept „graphomotorische Störung“, was in erster Linie bedeutet, dass Schwierigkeiten bei der Stifthaltung und Stiftführung vorhanden sind. Nachdem Valentina die Körperwahrnehmung schult, geht es gezielt ins Schreibtraining. Die Übung der Körperwahrnehmung ist deshalb so wichtig, da anschließend eine bessere Verarbeitung der Sinne und Körperempfindungen stattfinden kann. „Die Kinder lernen dadurch, ihren Körper besser zu steuern. Die Handgeschicklichkeit, Grob- und Feinmotorik sowie die räumliche Orientierung werden verbessert. Kinder mit ADHS beispielsweise lernen auch, ihre Emotionen besser einzuschätzen und regulieren zu können“, berichtet Valentina.

Kognitive und motorische Aufgaben kombinieren

Sie verbindet in ihrer Therapie oft motorische mit kognitiven Aufgaben. Nicht nur, weil sich die Kombination gut bewährt hat, sondern weil sie für die Kinder spielerische Inhalte birgt und Abwechslung gewährleistet. Das kann beispielsweise so aussehen: Ein Kind liegt bäuchlings auf einem Holzbrett mit Rollen und bewegt sich mit den Armen im Raum, wo unterschiedliche Aufgaben absolviert werden müssen. So ist das Kind kognitiv und körperlich gleichzeitig gefordert. Das funktioniert auch, wenn ein Kind beispielsweise in einer Hängematte liegt. Es schaukelt sich selbst mit den Armen an und sammelt währenddessen beispielsweise Puzzleteile ein. Und eine von Valentinas Lieblingsübungen ist der Parkour: Hierbei dürfen die Kinder, die beispielsweise Schwierigkeiten beim Lesen haben, über eine Bank zu einer Tafel balancieren, auf der sie magnetische Buchstaben oder Zahlen arrangieren. Somit macht die Aufgabe Spaß, die Merkfähigkeit wird gefordert und die Buchstaben einzeln geübt.

Flüssige Bewegungen sind die Basis

Indem die Ergotherapeutin Körperübungen mit einbaut, kann sie alles verknüpfen, denn flüssige Schulter-, Ellbogen- und Handbewegungen sind eine wichtige Voraussetzung, um gut schreiben zu lernen. „Erstaunlich ist, dass diese Übungen immer sehr viel bringen, wenn sie mit einer kognitiven Aufgabe verknüpft sind. Die Kinder haben dann viel mehr Spaß daran und langweilen sich nicht so schnell. Natürlich könnte man sich auch 1 Stunde lang an einen Tisch setzen und Stiftübungen machen. Doch meine Erfahrung ist, mit Spaß kommt der Erfolg schneller,“ erzählt Valentina.

Therapie mit Kindern bedeutet Leben und Aktivität 

Kinder zu behandeln bedeutet für Valentina eine schöne Abwechslung. Die gesamte Therapiestunde ist voller Leben und Aktivität: „Natürlich arbeite ich auch gerne mit erwachsenen Patienten. Doch das spielerische Vorgehen mit den Kindern macht mir selbst sehr viel Spaß.“ Und eine große Motivation ist es natürlich auch, bei den Kindern die größeren und kleineren Fortschritte verfolgen zu dürfen.

Hausbesuch ist für Kinder hervorragend geeignet 

Gerade für Kinder ist Ergotherapie im Hausbesuch eine tolle Option. Kommt ein Ergotherapeut zu ihnen nach Hause, bleiben die Kleinen in ihrem gewohnten Umfeld. Hier sind sie mit den Gegebenheiten vertraut und können sich oft besser auf die Therapie einlassen.

Eine ältere Dame und ihr Therapeut von Bunz mobile Ergo stehen vor einem Fenster.
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